Labrador Retriever

Hier möchte ich ein paar allgemeine (subjektive und nach Belieben ausgesuchte) Dinge über Labrador Retriever schreiben, um Euch meine Liebe zu dieser Rasse nahezubringen und auch ein bisschen meine Meinung zu schreiben.

labrador-retriever-1

Labradore sind ja – zu Recht! – eine sehr beliebte Hunderasse, aber das führt auch oft dazu, dass falsche Vorstellungen kursieren und sich nicht immer die optimalen Hund-Halter-Kombinationen bilden. Ein häufiges Missverständnis, das zu solchen Problemen führen kann, ist, dass der Labrador als reiner Familienhund angesehen wird und er in seinen Anforderungen unterschätzt wird.

Der Labrador – Ein Jagdhund

Labrador Retriever zählen mit den Golden Retrievern, Flat Coated Retrievern, Curly Coated Retrievern, Nova Scotia Duck Tolling Retrievern und Chesapeake Bay Retrievern zu den sechs Retrieverrassen, die alle Apportierhunde sind, also als Jagdgebrauchshund gezüchtet wurden. Nun geht wahrscheinlich der allerkleinste Teil der Hundehalter heutzutage mit seinem Hund jagen (ich zum Beispiel kann es mir selbst nicht vorstellen), aber trotzdem sollte man die Bedeutung der jagdlichen Eignung für diese Hunde nicht kleinreden.

labrador-retriever-yuma-2-min
©SW

Um möglichst gute Apportierhunde zu züchten wurde bei der Labradorzucht über lange Zeit sehr viel Wert auf einige Eigenschaften gelegt, die diese Hunde auszeichneten: Das waren zum Beispiel eine sehr gute Nase, hohe Intelligenz in Form von Lernwille und Kooperationsbereitschaft, Wasserfreude, Unerschrockenheit, Freundlichkeit und Geländehärte. Dies sind Eigenschaften, die sich sowohl im Äußeren der Hunde als auch in ihrem Charakter, ihrem Wesen zeigen. Und da merkt man es schon: Viele von diesen Eigenschaften sind nicht nur für die jagdliche Arbeit toll, sondern auch für das Leben mit dem Hund und für andere Einsatzgebiete, in denen Labradore glänzen können!

Der Labrador – Ein Tausendsassa

Klar, wenn ein Hund Talent und Passion zur Nasenarbeit hat und sich nicht scheut, auch schwieriges Gelände zu durchqueren, dann sind das nicht nur nützliche Eigenschaften für die Entenjagd, sondern auch zum Beispiel für Lawinen- und Trümmersuchhunde. Deshalb durchlaufen auch viele Labradorbesitzer mit ihren Hunden eine entsprechende Ausbildung und leisten dabei oft Erstaunliches. Wegen ihres menschenfreundlichen Wesens und ihrer Intelligenz (und bestimmt auch, weil man sie meistens gut mit Futter bestechen kann…) werden auch viele Labradore zu Blindenführhunden oder zu hochspezialisierten Assistenzhunden wie z.B. für Rollstuhlfahrer oder Diabetiker. Die ruhigeren Rassevertreter finden oft als Therapiebegleithund oder Besuchshund einen Job.

labrador-retriever-3

Unter anderem deshalb ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall immer noch sinnvoll, bei der Zucht auf die rassetypischen Eigenschaften eines Apportierhundes wert zu legen, weil sonst nach und nach diese Talente verloren gehen. Und natürlich macht dieses ganze Paket an Eigenschaften den Labrador auch zu einem tollen Familienhund. Aber man kann nicht nur das Eine ohne das Andere wollen. Und dieses Andere ist immer die Notwendigkeit, unser tolles und vielseitiges Familienmitglied artgerecht auszulasten und es so glücklich zu machen, wie es uns macht. Ein Jagdhund ist ein Jagdhund mit all seinen Vorteilen und er wird ein glücklicher Hund, wenn man ihn seiner Veranlagung gemäß fördert, sei es tatsächlich bei der jagdlichen Arbeit, beim Dummytraining oder in einem der oben genannten Aufgabenfelder oder, oder, oder. Das gilt natürlich für jede Hunderasse und wenn man sich selbst auch nicht unglücklich machen möchte, sollte man sich für einen Hund entscheiden, der eine Auslastung braucht, an der man auch selbst Spaß hat. Labradore sind unglaublich anpassungsfähig, was unser Alltagsleben angeht. Man sollte immer so fair sein und einen Teil dieses Alltags auch dem Hund anpassen.

Der Labrador – Ein Rassehund

Wenn ich davon schreibe, all die tollen individuellen Eigenschaften der Labrador Retriever zu fördern und zu erhalten, spreche ich natürlich auch von Zucht. Und das ist – wie man so schön sagt – ein weites Feld. Sehr viele Hunderassen leiden unter rassetypischen Krankheiten, oft vor allem die, die das Pech haben (meistens wegen ihres Aussehens), ein Modehund zu werden. Auch der Labrador ist von solchen Erbkrankheiten nicht verschont geblieben. Das Ziel, gesunde Hunde zu züchten, zusammen mit dem Streben nach dem Erhalt des typischen Wesens, der jagdlichen Fähigkeiten und auch des labradortypischen Aussehens ergibt eine sehr große Verantwortung auf Seiten des Züchters sowie aller Hundekäufer.

labrador-retriever-4Es gilt also, einen Züchter zu finden, der sich dieser Verantwortung bewusst ist und der offen und ehrlich mit der Problematik von Erbkrankheiten und Rassedispositionen umgeht. Und damit es auch eine Instanz gibt, die kontrolliert, ob dieser Züchter tatsächlich auch das ist, was er zu sein scheint, sollte er einem seriösen Zuchtverein angeschlossen sein. Für Labrador Retriever kommen für mich da inzwischen in Deutschland nur zwei Vereine in Frage, nämlich der Deutsche Retriever Club und der Labrador Club Deutschland. Das sage ich nicht, weil ich Vereinsmeierei toll finde oder weil ich jemanden schlechtmachen will, sondern weil ich, seit ich mich mit dem Thema Labrador beschäftige, keinen anderen Verein oder vereinsunabhängigen Züchter gefunden habe, der mit der Gesundheit der Hunde so genau und transparent umgeht, wie der DRC und der LCD. Beide Vereine führen Datenbanken, in denen man die Gesundheitsdaten der Hunde und deren Werdegang über Generationen hinweg nachverfolgen kann. Außerdem führen sie strenge Zuchtordnungen, auf deren Einhaltung nicht nur von den Züchtern geachtet wird. Neben den Regeln für die gesundheitlichen Anforderungen finden sich dort auch Passagen, die für eine Zucht im Sinne der positiven Rasseeigenschaften sorgen, wie zum Beispiel ein erforderlicher Wesenstest und die Prüfung der jagdlichen Anlagen. Auch das notwendige Fachwissen der Züchter selbst wird vorgeschrieben.

Natürlich würde man sich wünschen, dass die Berücksichtigung von Erbkrankheiten nicht notwendig wäre. Aber man kann auch nicht die Augen davor verschließen. Da ich niemanden unterstützen möchte, bei dem das Engagement für die Rasse und für deren Gesundheit in Frage gestellt werden kann, gilt für mich: Ich suche mir entweder eine zu mir passende Zucht im DRC oder LCD, oder ich finde meinen Hund im Tierschutz.

Der Labrador – passioniert und hübsch

Ein verantwortungsvoller Züchter wird einen Welpenkäufer auch bei einer anderen sehr wichtigen Frage beraten können: Ist ein Hund aus gerade dieser Zucht für gerade diesen Menschen geeignet? Dazu muss man wissen, dass es auch innerhalb der Rasse verschiedene Zuchtrichtungen von Labrador Retrievern gibt: Die sogenannten Arbeitslinien und Showlinien.

labrador-retriever-frida-min
©SW

Über diese Begriffe kursieren so viele Missverständnisse, dass ich dazu einen eigenen Blogbeitrag geschrieben habe, den Ihr hier findet. An dieser Stelle erst einmal so viel: Die beiden Begriffe bezeichnen nicht das Aussehen oder die Sportlichkeit des betreffenden Labradors, sondern sagen etwas darüber aus, ob die Vorfahren des Hundes nachweislich jagdlich oder auf Ausstellungen erfolgreich waren. Dies bedeutet dann auch, dass in der Zucht auf bestimmte Eigenschaften mehr Wert gelegt wurde als auf andere und ein guter Züchter wird viel über die bestimmten Anforderungen seiner Hunde sagen können.

labrador-retriever-5

Meine Informationen habe ich sowohl aus Gesprächen mit anderen Retrieververrückten als auch aus diesen tollen Büchern, die ich Euch empfehlen kann:

Anja Möller: Kosmos Buch Labrador Retriever

Katharina Schlegl-Kofler: Labrador Retriever

Brigitte Rauth-Widmann: Labrador Retriever.

Ich finde, jede Beschäftigung mit dieser tollen Rasse lohnt sich!

Fandet Ihr meine persönliche Labrador-Darstellung hilfreich oder fehlen Euch Informationen? Seid Ihr meiner Meinung oder habe ich mich verrannt? Schreibt mir gerne über das Kontaktformular!

Vielen Dank an Susanne Werneburg für die Bereitstellung der Bilder!