Ein Leipziger in Prag

Ich hatte mir vorgestellt, dass mein erster Beitrag in der Urlaubskategorie davon handelt, wie wir mit Rumo einen total hundefreundlichen entspannten Urlaub in einem hundefreundlichen Haus in einer hundefreundlichen, naturverbundenen Gegend machen, wobei die durchweg hundefreundlichen Aktivitäten dafür sorgen, dass der verwöhnt-glückliche Schokofrosch abends in die hundefreundlichen Kissen sinkt und wohlig seufzt.

Naja, tief geschlafen hat der Wolpertinger auf jeden Fall abends und unglücklich war er auch nicht. Aber statt an die Ostsee, ins Allgäu oder nach Texel ging unser erster Urlaub seit Blogbeginn nun ins schöne Prag, wo dieses Jahr unser traditionelles österliches Familienwochenende stattfand.

Ich persönlich mag genauso gern Städtereisen wie Entspannung in der Natur, aber mir ist schon klar, dass Rumo deutliche Präferenzen hätte, wenn wir ihn fragen würden. Da er aber ein entspannter kleiner Stinker ist, was großstädtischen Tumult und Menschenansammlungen betrifft, wussten wir auch, dass ein verlängertes Wochenende in der großen Stadt ihn nicht depressiv werden lässt.

Unsere Fahrten mit fünf Erwachsenen, Kleinkind und Hund bedeuten immer, dass wir vorher nach einer schönen, großen, zentralen und hundefreundlichen (ja, so ganz lassen wir das nicht aus den Augen) Ferienwohnung suchen. In Prag war es nicht schwer, so etwas zu finden und wir waren sehr begeistert von unserer coolen und gar nicht so teuren Residenz ganz in der Nähe des Wenzelsplatzes.

Prag mit Hund 6
Wie man ein totes Pferd reitet
Prag ist eine wunderschöne Stadt, bietet aber leider sehr wenig Grün, zumindest dann nicht, wenn man nur für zwei Tage da ist und vor allem durch die Innenstadt tingelt. Rumo war etwas irritiert, dass die meisten Bäume von Gittern umgeben waren, aber wir haben schließlich immer eine Stelle für Geschäftliches gefunden. Über Ostern war die Stadt natürlich mit Touristen bevölkert und wir haben wieder die Erfahrung gemacht, dass Menschen in ihrer Freizeit gerne fremde Hunde ansprechen, sie anlocken, ihnen zuschnalzen und sie auch gerne mal plötzlich anfassen. Unabhängig davon, dass ich da jedem von abraten würde, führt das bei Rumo gelegentlich zu überbordender Freundlichkeit, was es anstrengender macht, ihn zu führen. Wir hatten das mit entsprechender Konzentration bald im Griff, aber so richtig mag es mir nicht einleuchten, was es nützen soll, einem unbekannten Hund plötzlich an den Hintern zu packen. Ist es das wohlige Erlebnis von Labradorfell an den Fingern? Oder stehlen diese Leute Hundehaare für einen Zaubertrank?

Prag mit Hund 2
Der Rasen ist leider nicht echt.
Wir waren alle schon einmal länger in Prag und konnten unser Programm deshalb komfortabel darauf beschränken, worauf es bei einem Familienwochenende wirklich ankommt: Reden, Flanieren und Pivo. Sowohl mit Hund als auch mit zweijährigem Kind empfiehlt es sich sowieso, die Dinge gelassen anzugehen.

Prag mit Hund 3
Nase in den Wind halten auf einer Bootstour.
Rumo erlebte an diesem Wochenende also zwar keine artgerechte Auslastung, dafür viele Menschen, dreitausendundzwei Gerüche und mehrere Bars und Restaurants. Wir wurden mit Hund immer sehr freundlich aufgenommen und zwei Kellner brachten noch bevor wir uns richtig gesetzt hatten schon Wasser für Rumo.

Prag mit Hund 5
Wir hatten natürlich auch selbst welches dabei. Sightseeing macht auch Hunde durstig!
Wie ist nun also Prag mit Hund?

Für einen richtigen Hundeurlaub würde ich natürlich niemandem empfehlen, in eine Großstadt zu fahren. Aber wenn man wie ich Städtereisen sehr gerne mag, muss man unter den richtigen Voraussetzungen auch nicht komplett darauf verzichten, nur weil man einen Hund hat.

Diese Voraussetzungen waren für uns:

Rumo kennt das Stadtleben und wir wissen, wie er auf städtischen Trubel reagiert. Auch die Zugfahrt hat er wie gewohnt verschlafen. Er musste an diesem Wochenende nichts neu kennenlernen, auch wenn es natürlich intensiver auf ihn einprasselte als im Alltag.

Unser Programm war so geplant, dass es weder Rumo noch meine Nichte überforderte.

Wir haben wie immer alle Gelegenheiten genutzt, mit ihm zu spielen und ihn zu knuddeln.

In der Ferienwohnung waren natürlich sein Lieblingsplüschi zum Herumtragen und sein Reisekennel, mit dem er sich in der Welt zuhause fühlt, dabei.

Der Schokofrosch hat ausreichend Schlaf- und Ruhepausen bekommen.

Rumo hatte also zwar kein ideales, aber auch kein völlig doofes Wochenende, weil er es unter anderem auch toll fand, dass sein gesamtes erweitertes Rudel die ganze Zeit zusammen war. Er konnte also vielen Leuten abwechselnd sein Stoffschwein zeigen und das ist ja auch was.

Und ganz unabhängig vom Thema Hund kann ich Prag als Stadt wegen ihrer wunderschönen Architektur, der netten Leute und des tollen kulturellen Angebots allen Reiselustigen ans Herz legen.

Prag mit Hund 4
Prag bietet so manches Postkartenmotiv!
Wie sind Eure Erfahrungen mit Städtereisen mit Hund?

8 Kommentare zu „Ein Leipziger in Prag

  1. Zita hat mit uns schon viele Städte gesehen, darunter auch Prag, allerdings in einem extrem heißen September. Dort haben wir uns dann nu abends in der Stadt aufgehalten und weit vor der Stadt in unserem Wohnwagen gecampt. Was das Popotätscheln betrifft, haben wir die gleichen Erfahrungen gemacht… ich kann mittlerweile auf verschiedenen Sprachen vor ihren zahlreichen, allerdings rein imaginären Flöhen warnen. Ich habe gesehen, ihr seid Boötchen gefahren… sind wir auch *g* Das war total schön und Zita irgendwie für die Passagiere spannender, als die (anderen) Sehenswürdigkeiten. Mit dem Erfolg, dass Zita fortan auf jedes Boot wollte und einmal sogar auf eins ausgebüchst ist… die davor wartenden Leute fanden das mega amüsant, ich wohl nicht so sehr. Naja jetzt in nachhinein schon. Generell: Prag ist toll, aber mir eindeutig zu voll. Weniger wegen des Hundes, eher meinetwegen, aber juuuuuut, wo es schön ist, sind halt auch meistens Menschen. Und nun warte ich darauf, dass ihr euch mal Bonn anschauen kommt, hier isses auch ganz nett und man kann so schön an den Rhein fahren. Für Logis für euch mit Hund wäre sogar gesorgt 😉

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    1. Das stimmt, in der Innenstadt wimmelt es von Touristen, es hat wohl auch nicht geholfen, dass Ostern war. 😉 Ich war schonmal eine Woche im Oktober für ein Uniprojekt in Prag, da hatten wir etwas mehr Ruhe und da fand ich die Karlsbrücke auch schön.;-) Dieses Mal mochte ich mich da nicht aufhalten, weil es einfach so ein Gedränge war.
      Du hast völlig Recht, Bonn ist immer eine Reise wert und es wird Zeit!:-)

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  2. Sieht nach ein paar gelungenen Tagen aus 😊 so muss das: ein Hund sollte überall mit hinkönnen! Bezüglich tatschender Menschen bin ich mittlerweile so weit das ich der Emma wildfremde vom Leib halte….letztendlich macht es sie nur unruhig….und ist es nicht irgendwie eine komische Vorstellung einfach mal wildfremden Menschen um den Hals zu fallen ohne sie zu fragen….an ihnen rumzutatschen….nichts anderes ist es bei Tieren bzw. hat die Emma ja noch Welpenstatus….unmöglich manche Leut…..also: Menschen aus der direkten Nachbarschaft: ja, sehr gerne….Wildfremde: NOPE!

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    1. Ja, mit Welpen ist es nochmal schlimmer! Aber wir wehren uns auch, zumindest immer, wenn wir schnell genug reagieren können. Manche tatschen ja schneller als ihr Schatten! 😉
      Viele liebe Grüße auch an die süße Emma!

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  3. Wir haben auch einen Welpen (Rumo in Klein 😊) und noch keine Erfahrungen mit Städtereisen. Ich finde aber Deinen Beitrag sehr schön und informativ. Zum Thema …“Ei wer bist denn du? Du bist ja ein Süßer, Komm doch mal her….“ können wir trotzdem ebenfalls ein Lied singen.
    Viele Grüße von Charlie aus der Nähe von Chemnitz 😁

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  4. Oh jaaaa Prag… Vor Jahren vor Benny mal dort gewesen und ich fand es sehr schön dort.
    Gegen tatschende Menschen wirkt erstaunlicherweise ein Maulkorb gut. Menschen haben eine größere Hemmung einen Hund mit Maulkorb anzufummeln, da viele einen Mauli mit gefährlich assoziieren. Dass man damit einfach auch nur ungewollte Futteraufnahme vermeiden kann ist vielen nicht bewusst.
    Ob ich das im Ausland machen würde weiß ich nicht, kommt auch auf die hiesige Gesetzgebung an, aber in Deutschland wär das mein Mittel der Wahl.
    Lg Miri

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    1. Hey Miri!
      Ja, Hund mit Maulkorb ist für viele gleich „Kampfhund“. 😉 Ich hab allerdings nicht so Lust, Rumo den dauerhafter tragen zu lassen als in öffentlichen Verkehrsmitteln und Rumo ist auch noch nicht so gut dran gewöhnt, den im Gehen zu tragen (eben eher im Liegen im Zug).
      Also bleibt für uns der Versuch, die Grabbelattacken vorauszusehen. 😉
      Viele liebe Grüße

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