Beifuß im Bärlauch

Rumo mag lieber Bärlauch als Beifuß.

Bei-Fuß-Gehen ist nämlich an sich nicht sonderlich cool. Man kann seine Nase nirgendwo hinstecken, man darf keine Gänseblümchen bewässern und muss sich voll und ganz auf den doofen Menschen konzentrieren, falls dieser irgendetwas möchte.

An-streng-end.

Trotzdem oder gerade deswegen übe ich das sehr viel mit ihm und dies momentan sogar nochmal wieder verstärkt.

Warum das denn?

Wenn man sich einmal von Gedanken an Kadavergehorsam auf dem Schäferhundeplatz von Neufinsterwaldeck freimacht, zeigen sich einige Vorteile, wenn der Hund korrektes Fußgehen gelernt hat:

Bei einem reizempfänglichen Hund wie Rumo ist es in bestimmten Momenten sinnvoll, wirklich seine volle Konzentration einzufordern und sich nicht nur mit einem halbherzigen Mitkommen zu begnügen (auch wenn das in anderen Situationen ausreicht). Wenn Rumo nämlich noch mit der Hälfte seiner Aufmerksamkeit die Umgebung beobachtet, kann ich sicher sein, dass er etwas Interessanteres findet als mich. Nicht gut für’s Ego, aber was soll man machen. Und bevor er mir dann mal wieder durchstartet, übe ich lieber mit ihm, dass es zumindest beim Kommando Fuß nichts Tolleres gibt als meine Person.

Die zweite große Motivation, unsere Beifuß-Bemühungen zu intensivieren, ist das Dummytraining, in das wir jetzt endlich mal wieder ein bisschen einsteigen. Hier ist das Fußlaufen aus mehreren Gründen die Basis für eine erfolgreiche Arbeit. Um nur zwei zu nennen: Erstens muss man sich drauf verlassen können, dass der Hund im Gelände unkompliziert nah am Körper mitläuft, ohne dass man ständig ein Auge darauf haben muss, dass er sich nicht verselbstständigt. Zweitens muss der Hund es gewohnt sein, sich konzentriert und exakt gerade hinzusetzen, damit man ihn beim Einweisen tatsächlich in die richtige Richtung schickt und er lernen kann, eine gerade Linie zu laufen. Hunde laufen nämlich eher in einer Linie mit ihrem Hintern los, als in einer Linie mit ihrem Blick. Sitzt Wauzi nun schief, kommt er auf längeren Distanzen immer mehr vom Weg ab und findet das Dummy nicht.

Soviel dazu, warum wir das lernen wollen.

Und? Wie läuft es so?

An-streng-end.

Wir haben so unsere guten und schlechten Momente, aber wir sind, obwohl wir es seit langer Zeit oft üben, auf keinem sonderlich guten Stand. Da sticht es mich manchmal ein bisschen, wenn andere Retrieverleute uns sehen und denken, wir haben gerade erst angefangen.

Aber letztlich passiert es eben in dem Tempo wie es passiert und übermäßig ehrgeizige Ziele waren noch nie so mein Ding. Und obwohl wir uns das Fußlaufen öfter mal frisch auf die Fahnen schreiben, soll es auch nicht in Verbissenheit ausarten.

Deshalb habe ich nun auch zum Ziel, die Anstrengung aus der Geschichte herauszunehmen und unsere täglichen Spaziergänge durch den Bärlauch auf durchweg fröhliche Weise mit einer Prise Beifuß zu würzen.

4 Kommentare zu „Beifuß im Bärlauch

  1. Dummy-Training fangen wir gerade auch an, aber eher auf eine spielerische Weise. Noch will der kleine Mann seinen Dummy nämlich nicht so gerne wieder rausrücken. Aber da muss man wohl viel Geduld haben – wie beim Fußlaufen 🐶🐾

    Viele Grüße
    Frauchen Katarina und Loki

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s